Exkursion des kath. Relikurses der Q2 Pelizaäus Gymnasium

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Ein Bericht von Ronja Leifeld:

Als katholischer Relikurs haben wir uns im Unterricht mit der biblischen Grundlage des Todes Jesu, seiner Auferstehung sowie mit den theologischen Deutungen der Passionsgeschichte beschäftigt. Im Zuge dessen geriet der Fokus schnell auf unseren persönlichen Umgang mit den Thematiken: Leiden, Sterben, Endlichkeit, Tod, Trauer.
Um einen konkreteren Einblick in die Phase zwischen Sterben und Bestattung zu bekommen, besuchten wir am 29. Januar 2014 mit Frau Reising das Bestattungshaus Sauerbier in Paderborn.
Herr Sauerbier erklärte uns zunächst die Aufgaben eines Bestatters, zu dessen Professionalität auch die Empathie für die Hinterbliebenen des Verstorbenen zählen muss. So verfolgt das Bestattungshaus den Leitsatz "Wir geben Ihrer Trauer Raum". Für uns, die mit Tod keine große Erfahrung haben, war die Erklärung Herr Sauerbiers überraschend, dass Abschiednehmen in Anbetracht der weiteren Trauerbewältigung bedeutsam ist, weil man erst durch das Sehen und Anfassen des Aufgebahrten den Tod dieses Menschen im wörtlichen Sinn „begreifen“ und somit verstehen kann. Dieser Auffassung entspricht die atmosphärische Gestaltung innerhalb der Räume, welche wir aufgrund der hellen Farben, Kerzen und Blumen als harmonisch empfanden.
Erstaunen und leichtes Unbehagen löste Herr Sauerbier aus, als er uns den Raum zeigte, in welchem die Verstorbenen für die Beerdigung vorbereitet werden, denn er gleicht einer medizinischen Einrichtung.
Auf der anderen Seite kann „Raum" ebenso mit der Freiheit gleichgesetzt werden, welche den Hinterbliebenen insofern zukommt, als dass vielfältige Möglichkeiten bestehen, um eine auf den Verstorbenen ausgerichtete Abschiednahme und Bestattung zu realisieren. Wir durften uns selbst ein Bild davon machen, wie Särge oder Urnen aussehen können, lernten unterschiedlichst gestaltete Begräbnisformen kennen und erfuhren, was für Formen der Bestattung (Erd-, Feuer-, Natur-, See- oder Diamantbestattung) existieren.
Besonders in der Reflexion der Exkursion fiel auf, dass es vor allem die vorgestellten Schicksale waren, die uns zum Nachdenken angeregt haben und anhand derer wir feststellen mussten, dass der Tod sowohl altersunabhängig als auch Teil eines jeden menschlichen Lebens ist, obschon wir uns im Alltag von ihm distanzieren, ihn tabuisieren und als von uns weit weg verorten.

Religionskurs Pelle